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914 Log-Analyse – Bedienungsanleitung

Die 914 Log-Analyse wertet Logfiles und Speicherprotokolle der Turbo Control Unit (TCU) des Rotax 914 aus. Sie zeigt die Messwerte als Instrumente und Graphen, bewertet sie anhand fester Grenzwerte und erstellt einen PDF-Bericht mit Fehlerbericht und den durchzuführenden Maßnahmen.

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Unterstützte Dateien

Format Beschreibung
TLR 4.6 (DOS) LOG-Dateien, z. B. 10211435.LOG (Dateiname = Monat, Tag, Stunde, Minute). Etwa 8–13 Messwerte pro Sekunde.
TLR-Win CSV-Aufzeichnungen mit Titelzeile TLR-Win CSV TT.MM.JJJJ …, etwa 10 Messwerte pro Sekunde.
914-Data-Logger / CSV
Projekt in Arbeit
CSV-Dateien mit Kopfzeile; die Spalten werden über ihre Überschriften zugeordnet.
TCU-Speicherprotokoll Text TURBO CONTROL UNIT PROTOCOL mit Intervallspeicher, max. Betriebsparametern und Alarmspeicher.
TCU-Protokoll als PDF PDF-Ausdruck des TCU-Protokolls (z. B. aus TLR 4.6 über den DOSBox-Drucker). Der Text wird per Texterkennung gelesen.

Hochgeladene Daten werden nach 24 Stunden automatisch gelöscht.

UPLOAD

  1. Dateien in das Upload-Feld ziehen oder in das Feld klicken und Dateien auswählen.
  2. Erlaubt sind ZIP-Archive oder bis zu 20 Einzeldateien (.txt, .log, .csv, .pdf). Mehr Dateien bitte als ZIP hochladen.
  3. Hochladen anklicken.
  4. Die Liste Hochgeladene Dateien zeigt je Datei das erkannte Format, die Zahl der Zeilen, Beginn, Ende und den Status (OK oder Anzahl fehlerhafter Zeilen).
  5. Unter Analysebedingungen stehen alle aktiven Bewertungen.
  6. Analyse starten anklicken. Danach öffnet sich das ERGEBNIS.
  7. Neue Auswertung beginnt von vorn.

Zusammenführen der Logfiles

Alle hochgeladenen Logfiles werden – auch bei verschiedenen Tagen und Formaten – zu einer Aufzeichnung zusammengefasst und zeitlich sortiert. Jede Datenlücke (mehr als 3 s ohne Messwerte) und jeder Zeitsprung wird auf der Zeitachse als schraffierte 5-Sekunden-Markierung dargestellt. In diesen Zeiträumen liegen keine Messwerte vor, Grenzwerte können dort nicht geprüft werden.

TCU-Protokolle als PDF

Enthält die PDF nur Bilder (z. B. Ausdruck über den DOSBox-Drucker und „Microsoft Print to PDF“), wird der Text per Texterkennung gelesen. Als Datum gilt das Erstellungsdatum der PDF. In Ergebnis und Bericht erscheint der Hinweis „Aus PDF-Ausdruck per Texterkennung gelesen – Werte bitte mit dem Ausdruck vergleichen.“ Nicht sicher gelesene Zeilen werden verworfen. Der erkannte Text liegt als <Name>.pdf.txt im ZIP-Paket. Die sicherste Quelle bleibt eine Textausgabe des Protokolls.

ERGEBNIS

Kennwerte

Feld Bedeutung
Datum Tag(e) der Aufzeichnung
Beginn – Ende Uhrzeit des ersten und letzten Messwerts
Aufzeichnungszeit Dauer der Aufzeichnung
Motorlaufzeit Zeit mit Drehzahl über 500 1/min
Messfrequenz mittlere Anzahl Messwerte pro Sekunde (z. B. „Ø 13 Hz“)
Format erkanntes Dateiformat

Bewertung

Alle Auffälligkeiten mit Schweregrad (Hinweis, Warnung, Alarm), Uhrzeit, Dauer und Extremwert. Bei Grenzwertüberschreitungen lassen sich die Maßnahmen aufklappen. Mit Graph springen Sie zur Stelle im Graphen, mit Abspielen zur Stelle in den Instrumenten.

Datenlücken und Zeitsprünge

Liste aller Lücken mit Zeitraum, Dauer und den Werten vorher/nachher sowie die fehlende Zeit insgesamt.

Zeitanteile Drosselklappe

Bereich Bezeichnung
0–5 % Leerlauf
5–40 % Rollen
40–90 % Teillast
90–106 % Dauerleistung
106–112 % TCU-Übergangsbereich (rot)
112–115 % Startleistung

Achtung: TCU-Übergangsbereich (108–110 %)
Der Drosselklappenbereich zwischen 108 % und 110 % ist unbedingt zu vermeiden und beim Gasgeben sowie beim Zurücknehmen zügig zu durchfahren, da es in diesem Bereich zu instabiler Ladedruckregelung und Reglerschwingungen kommen kann.

Kanäle

Minimum und Maximum je Kanal (Drehzahl, Drosselklappe, Ladedruck Ist/Soll, Umgebungsdruck, Servo Position, Airbox-Temperatur, Höhe über Start). Werte 0 werden nicht angezeigt.

TCU-Speicher

Wurde ein TCU-Speicherprotokoll hochgeladen, erscheinen Motornummer, Betriebsstunden, Boost-Zeit und Auslesezeitpunkt, die Bewertung des Speichers, die max. Betriebsparameter, der Alarmspeicher und der Intervallspeicher. Der Speicher enthält 1-Minuten-Maxima: Eine einzelne Minute zählt als Überschreitung von höchstens 1 Minute, mehrere Minuten in Folge als länger.

INSTRUMENTE

Wiedergabe der Aufzeichnung wie in TLR-Win.

Anzeigen

Bedienung

Aktion Bedienung
Start / Pause Schaltfläche Start oder Leertaste
Tempo ¼× bis 50×
±5 s / ±60 s Pfeiltasten / Umschalt + Pfeiltasten
Position wählen Verlaufsstreifen oder Höhenprofil anklicken bzw. ziehen

Beim Abspielen über eine Datenlücke erscheint das Infofenster Datenlücke mit dem Zeitraum.

GRAPHEN

Alle Kanäle als Zeitverläufe (Drehzahl, Drosselklappe, Ladedruck Ist/Soll mit Umgebungsdruck, Servo Position, Airbox-Temperatur, Höhe über Start).

Aktion Bedienung
Zoomen Mausrad oder Zoom + / Zoom −
Verschieben Ziehen mit der Maus
Bereich zoomen Umschalt + Ziehen
Alles anzeigen Doppelklick oder Alles
Wiedergabeposition setzen Klick in den Graphen
Übersicht Leiste oben zeigt den sichtbaren Ausschnitt

Datenlücken sind schraffiert; mit der Maus darüber erscheint das Infofenster Datenlücke.

BERICHT

Drehzahlen werden mit Propellerdrehzahl (Prop.), Ladedrücke zusätzlich in inHg angegeben. Der Bericht wird in der eingestellten Sprache erstellt.

BEISPIEL

BEISPIEL wertet ein fest hinterlegtes Beispielarchiv aus (TLR-4.6-Logfiles und ein TCU-Speicherprotokoll). So lassen sich alle Funktionen ohne eigene Dateien ausprobieren.

Bewertungskriterien

Überschreitung der max. zulässigen Motordrehzahl

Jede Überschreitung der max. zulässigen Motordrehzahl muss vom Piloten in das Motorbordbuch eingetragen werden, unter Angabe von Dauer, Ausmaß der Überdrehzahl und den zugehörigen Einzelheiten.

Bereich Stufe Maßnahmen
5800 bis max. 6200 1/min (Prop. 2387–2551) höchstens 1 Minute Warnung Keine Maßnahme erforderlich.
5800 bis max. 6200 1/min länger als 1 Minute Alarm Prüfen, ob die Stößelstangen gerade sind. Siehe Kapitel 72-00-00 des aktuellen Maintenance Manual Heavy (MMH).
6200 bis max. 6500 1/min (Prop. 2551–2675) höchstens 1 Minute Alarm Prüfen, ob die Stößelstangen gerade sind.
6200 bis max. 6500 1/min länger als 1 Minute Alarm Der gesamte Motor muss gemäß den BRP-Rotax-Anweisungen zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit (Instructions for Continued Airworthiness) geprüft, instand gesetzt oder überholt werden. Prüfen, ob die Stößelstangen gerade sind. Kurbelwelle auf Unrundheit und Verdrehung prüfen (Kapitel 72-00-00 MMH). Alle Systeme auf einwandfreie Funktion prüfen. Eingehende Prüfung der betroffenen Motorbauteile.
mehr als 6500 1/min (Prop. 2675) Alarm Der gesamte Motor muss gemäß den BRP-Rotax-Anweisungen zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit (Instructions for Continued Airworthiness) geprüft, instand gesetzt oder überholt werden. Differenzdruck der Zylinder prüfen. Prüfen, ob die Stößelstangen gerade sind. Prüfen, ob der Kolben Kontakt mit dem Ventil hatte. Ventile auf Unrundheit prüfen. Kurbelwelle erneuern; die Kurbelwelle ist gemäß dem aktuellen Overhaul Manual (OHM) zu prüfen. Alle Systeme auf einwandfreie Funktion prüfen. Eingehende Prüfung der betroffenen Motorbauteile.

Überboost (Ladedruck)

Bis 1550 mbar keine Warnung.

Bereich Stufe Maßnahmen
über 1550 bis 1800 mbar (45,8–53,2 inHg) Warnung Achtung Überboost – bitte kontrollieren Sie die Turboladersteuerung: siehe MMH 912-914 Chapter 76-10-00 TURBOCHARGER CONTROL UNIT (TCU).
über 1800 mbar (53,2 inHg) Alarm Kurbelwelle auf Unrundheit und Verdrehung prüfen (Kapitel 72-00-00 MMH, CRANKSHAFT DISTORTION — INSPECTION). Axialspiel der Kurbelwelle prüfen: Soll 0,08–0,32 mm; maßgeblich ist nur die Unterschreitung des Mindestwerts von 0,08 mm. Bei Verdrehung der Kurbelwelle oder zu geringem Axialspiel ist die Kurbelwelle zu erneuern.

Airbox-Temperatur

Keine Zeitgrenze – bei hoher Airbox-Temperatur mindert die TCU den Solldruck.

Bereich Stufe Maßnahmen
über 88 °C Warnung Hinweis: TCU mindert den Solldruck.
über 96 °C (auch Kanal 5 im TCU-Speicher) Warnung Möglicherweise zu hohe Ansaugtemperatur oder schlechte thermische Verhältnisse unter der Cowling: Luftführung, Ansaugweg und Kühlung im Motorraum prüfen.

Weitere Bewertungen

Kriterium Stufe Hinweis / Maßnahmen
Drehzahl über 5500 1/min länger als 5 Minuten Warnung –
Startleistung (Drosselklappe über 112 %) länger als 5 Minuten Warnung –
Servo am Anschlag (≥ 99 %) bei Drosselklappe ≥ 100 %, Ladedruck bleibt mindestens 5 s mehr als 50 mbar unter dem Sollwert Warnung Hinweis auf möglichen Turboladerdefekt: Turbolader, Wastegate und Wastegate-Ansteuerung (Servo, Seilzug) prüfen, Abgasanlage und Ladeluftstrecke auf Undichtigkeiten prüfen. Siehe MMH 912-914 Chapter 76-10-00 TURBOCHARGER CONTROL UNIT (TCU).
Unplausible Sensorwerte: Messwert mindestens 0,5 s außerhalb des Messbereichs Warnung Hinweis auf möglicherweise defekten Sensor: Sensor, Stecker und Leitungen des betroffenen Kanals prüfen.
Datenlücken und Zeitsprünge (mehr als 3 s ohne Messwerte) Hinweis Für diese Zeiträume ist keine Grenzwertprüfung möglich. Mögliche Ursachen: Unterbrechung der seriellen Verbindung oder des Aufzeichnungsprogramms.

Messbereiche für die Plausibilitätsprüfung

Kanal Messbereich
Drehzahl 0 – 9000 1/min
Drosselklappe −5 – 125 %
Ladedruck Ist 300 – 2500 mbar
Umgebungsdruck 500 – 1100 mbar
Servo Position −5 – 120 %
Airbox-Temperatur −40 – 150 °C

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