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wie man die Kurbelwelle mit der Blockierschraube richtig blockiert

… und wie man dadurch eine Motorzerlegung vermeidet


Vorwort

Nicht nur einmal hatte ich auf der „Krankentrage“ einen Motor liegen, der nach einer Routinewartung komplett zerlegt werden musste.
Der Grund war meist ein verbogener Blockierstift im Kurbelgehäuse, der sich nicht mehr herausdrehen ließ.

wie geht das ?

Bei einer Motorwartung stoßen wir auf folgenden Wartungspunkt, der alle 100 Stunden durchzuführen ist:

In der Regel passiert allein bei dieser Prüfung nicht, dass der Blockierstift verbogen wird.
Das kann aber geschehen, wenn das Getriebe zur 1000h-Kontrolle demontiert und das Antriebsrad gelöst wird. Dann werden durch das Lösen oder Anziehen der Mutter auf der Kurbelwelle so hohe Kräfte aufgewendet (200 Nm beim Anziehen), dass der Stift verbiegt, wenn er nicht in der Kerbe sitzt.

Ist das Blockieren der Kurbelwelle nötig, empfehle ich das folgende Video von rotaxowner.com aufmerksam anzuschauen. Hier wird es perfekt erklärt:

© ROTAXOWNER

wieso muss der Motor zerlegt werden ?

Wenn der Blockierstift nicht richtig in die Kerbe der Kurbelwange eingeschraubt wird, kann es beim Lösen oder Anziehen der Antriebsradmutter vorkommmen, dass er neben der Kurbelwange in das Motorgehäuse ragt. Da dabei der Abstand zwischen dem Gewindeende der Bohrung für den Blockierstift im Gehäuse und der Kurbelwange größer ist, als wenn der Stift richtig in der Einkerbung der Kurbelwange sitzt, haben wir hier einen längeren Hebel. Das führt möglicherweise dazu, dass das Ende des Blockierstiftes im Kurbelgehäuse verbiegt.

Möchte man den Stift nun herausdrehen, geht das noch einige Gewindegänge und dann ist Schluss.
Nun kann man den Blockierstift nur noch Richtung Kurbelgehäuse herausschrauben. Das gelingt meist nur, wenn man den Motor zerlegt und die beiden Gehäusehälften trennt.

Dieses Bild zeigt deutlich, wie der Blockierstift zu sitzen hat.|© rotaxowner.com

ein Trick

Es gibt ja für den Blockierstift kein Anzugsdregmoment.
Ich empfehle hier ihn mit ca 12 Nm - 15 Nm anzuziehen. Man könnte auch sagen handfest.

Meint man nun, dass der Blockierstift richtig sitzt, gibt es noch eine gute Kontrollmöglichkeit.
Man dreht den Blockierstift wieder 1/2 bis 3/4 Umdrehungen wieder heraus. Nun legt man einen Finger auf den Blockierstift und dreht den Propeller hin und her, soweit es geht.
Natürlich sollte er nach einem sehr geringen Winkelgrad wieder in beiden Richtungen blockieren.
Gleichzeitig sollte man mit dem Finger spüren, dass der Blockierstift ein wenig hin- und herbewegt wird, wenn die Kerbe in der Kurbelwange am Stift anschlägt.
Ist das der Fall, dreht man ihn endgültig handfest und kann nun gefahrlos das tun, was man sich vorgenommen hat.

Fazit

Ist man sich nicht sicher ob der Blockierstift richtig sitzt oder nicht, dreht man ihn besser wieder heraus und überlässt das jemandem, der sich sicher ist.


© Copyright Video und Bilder: ©

motor_blockieren.txt · Zuletzt geändert: 24.05. 2024 07:49 von ralf

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